COACHING IM UNTERNEHMEN

Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen. (Erich Fromm)

Coaching wird bei Organisationen immer beliebter. Es hat sich als Maßnahme etabliert, um die berufliche Leistung von Führungskräften und Mitarbeitern zu verbessern. Vor allem große Konzerne geben viel Geld dafür aus. Und das Investment lohnt sich, wenn Coaching richtig eingesetzt und professionell durchgeführt wird. Denn gutes Coaching entfaltet das Potential, das in jedem Einzelnen steckt. Das nützt nicht nur der eigenen Person, sondern dem ganzen Unternehmen.

 

Coaching ja - aber wann?

Ein Unternehmer erkennt, dass er oder seine Mitarbeiter ein Coaching benötigen, wenn bestimmte Probleme immer wieder auftreten: bei ständigen Konflikten unter den Mitarbeitern etwa oder wenn wichtige Verhandlungen trotz guter Vorbereitung scheitern. Diese scheinbar kleinen Probleme haben oft tiefer liegende Ursachen. So können zum Beispiel verdeckte Minder-wertigkeitsgefühle und ein daraus resultierendes übersteigertes Geltungsbedürfnis Grund für das eigene Verhalten sein.

 

Oder eine Person hat Kritik in jungen Jahren als persönliche Verletzung abgespeichert und reagiert deshalb aggressiv darauf. Oft kommt es auch vor, dass Führungskräfte das Gefühl haben, alles überwachen und kontrollieren zu müssen. Das fehlende Ver-trauen zu anderen Personen hat vielleicht als Ursache schlechte Erfahrungen in der Kindheit.

Die Folge: Sie übernehmen selbst so viele Funktionen wie möglich – und das oft zu Lasten ihrer Freizeit, Gesundheit und Familie. Ein Coaching kann hier helfen, die Ursachen zu erkennen und aktiv am eigenen Verhalten zu arbeiten.

 

Coaching für Unternehmensnachfolge

Auch bei der Unternehmensnachfolge kann Coaching zum Einsatz kommen. Die Tochter oder der Sohn tritt in die Fußstapfen des Vaters. Das bedeutet einen hohen Druck: Kann man die Anforderungen und Erwartungen erfüllen? Es herrscht ein ständiger Vergleich – ob beim Führungsstil, bei Investitionsentscheidungen, Marketing oder Akquise.

Dabei können Tochter und Vater ganz unterschiedliche Charaktere haben: Sie ist mehr Teamplayer, er war stets Einzelkämpfer. Passt das übernommene Rollenverständnis nicht, führt das zu Blockaden. Und auch für Mitarbeiter ist eine solche Situation nicht leicht. Es besteht die Gefahr, dass das Unternehmen wichtige Mitarbeiter verliert und dadurch auch ökonomische Schäden erfährt. Die Blockaden wirken sich auf die Qualität der Arbeit, die Eigenmotivation und die Stimmung der Mitarbeiter aus.

 

Ein Coach kann hier helfen: Er zeigt, was zur eigenen Persönlichkeit passt und wie man sein Arbeitsumfeld danach gestaltet. Das bringt sowohl der Führungskraft als auch dem Unternehmen Vorteile.

 

Ständige Konflikte zwischen Mitarbeitern oder ein überforderter Unternehmensnachfolger – das sind Situationen, in denen Coaching helfen kann. Wichtiger Erfolgsfaktor: ein professioneller und geeigneter Coach. Um diesen zu finden, sollten Unternehmer wissen, wie Coaching funktioniert und was einen guten Coach auszeichnet.

 

Mit Coaching an sich selbst arbeiten

Die Anlässe für Coaching sind individuell und vielfältig. Die Auslöser ebenso. Coaching hilft, die Ursachen zu erkennen und an sich selbst zu arbeiten. Es vermittelt dabei nicht Wissen oder Fähigkeiten, sondern Verhaltensweisen und Grundhaltungen. Das unterscheidet das Coaching vom klassischen Training.

 

Bei leitenden Managementfunktionen nimmt die Arbeitsbelastung immer mehr zu. Oft wird der Druck dann nach unten, also an die Mitarbeiter, weitergegeben. Die Belastung und das Aggressionspotential steigen. Coaching hilft, besser zu fokussieren und zu entscheiden, welche Aufgaben auf den eigenen Schreibtisch gehören und welche Aufgaben die Führungskräfte abgeben dürfen und sollten. Um das herauszufinden, stellt der Coach beispielsweise Fragen wie „Was macht Ihnen Spaß und was können Sie gut?“ oder „Was können Andere besser?“.

 

Dazu gehört der Mut zur Selbsterkenntnis. Auch Topmanager müssen nicht alles gut können. Aber sich selbst und andere richtig einschätzen und einsetzen können, gehört zu den wesentlichen Führungsqualitäten.

Ein wichtiger Punkt gerade für Mittelständler. Da übernehmen Gründer und Eigentümer oft viele Aufgaben, bei denen sie sich nicht immer wohlfühlen. Aber schließlich ist es ja „Chefsache“, mit Schlüsselkunden selbst zu verhandeln, das letzte Wort bei Neueinstellungen zu haben, die aktuelle Produktstrategie festzulegen, beim Einkauf immer mitzureden und gleichzeitig das Controlling nicht aus den Augen zu verlieren. Durch ein Coaching kann man die einzelnen Felder klar herausarbeiten und anschließend Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten neu ordnen. Der Stress reduziert sich, der Unternehmer hat wieder mehr Freude an seinem Unternehmertum.