INNERE KÜNDIGUNG

Für Unternehmen ist die innere Kündigung von Mitarbeitern weitaus gefährlicher als die Kündigung. (Georg-Wilhem Exler)

„Dann mach ich eben Dienst nach Vorschrift“, eine häufige Drohung von frustrierten Mitarbeitern. Das Unternehmen fördert Engagement nicht – oder unterdrückt es gar. Es werden unnötige Projekte ins Leben gerufen, die nach getaner Arbeit wieder ein-gestellt werden. Die Bezahlung steht in keinem Verhältnis zur Tätigkeit. Der Chef ist ungerecht …

Die Gründe sind vielfältig. Der frustrierte Mitarbeiter verliert zunehmend Energie. Es folgt die innere Kündigung.

Was als Drohung gedacht ist, die letztlich dem Unternehmen schaden soll, ist in Wirklichkeit ein Schuss ins Knie. Denn der am meisten drunter leidet, sind Sie selbst.

Die Folgen der inneren Kündigung

Wenn Sie innerlich gekündigt haben – und nur noch „Dienst nach Vorschrift“, also das Allernötigste machen, ist das natürlich auch ein Schaden für das Unternehmen. Das haben die nun davon, dass sie Ihr Engagement nicht anerkennen und nutzen: dann schrauben Sie Ihr Engagement eben zurück. Nur dafür bekommen Sie schließlich auch Ihr Gehalt. Die Firma ist selbst schuld: sie hätte für ihr Geld noch mehr haben können. Einen motivierten Mitarbeiter, der mit Elan und Ideen an die Arbeit geht. Das ist der Plan. Ihre vermeintlich einzige Waffe, wenn Sie den Arbeitsplatz nicht wechseln wollen und im Unternehmen bleiben.

 

Das Unternehmen

In Wirklichkeit merkt das Unternehmen meist gar nicht, dass Ihr Engagement zurückgegangen ist. Oder es ist egal. Denn in einem Umfeld, wo Aktivität nicht gewünscht ist, wird sie auch nicht vermisst werden. Waren Sie jedoch vorher mit viel Tatendrang dabei – und jetzt nicht mehr, was Arbeits“output“ und vielleicht auch Arbeitsstunden angeht, müssen Sie unter Umständen mit Konsequenzen rechnen. Sie werden darauf angesprochen, was los sei. Sie seien doch sonst engagiert gewesen und jetzt nicht mehr … Jetzt kann sich alles zum Guten wenden: Sie lassen allen Frust raus, Ihr Chef ändert sich. Und Sie lebten glücklich bis an Ihr Lebensende. Da wir aber davon ausgehen, dass Sie als engagierter Mitarbeiter Ihren Frust bereits vor der inneren Kündigung angesprochen haben – vermutlich sogar mehrmals, und das fruchtlos, ist die zweite mögliche Konsequenz wahrscheinlicher: Ihre Beurteilung fällt schlecht aus, Sie fallen in Ungnade. Und da nützt es niemandem, welche Gründe auch immer Sie haben mögen.

 

Sie selbst

Sehr wichtig sind auch die ganz persönlichen Folgen für Sie. Ein engagierter Mensch, der so frustriert ist, dass er sich aus Rache oder weil er sich nicht verstanden/respektiert fühlt, völlig zurücknimmt, fügt sich selbst am meisten Schaden zu. Sie leben gegen Ihre Überzeugungen. Das kostet Energie! Sich zurückzunehmen klingt einfach („dann mach ich eben nur noch das Nötigste), ist es aber nicht. Außerdem sind Sie frustriert. Und jetzt doppelt. Zum einen, weil Ihre Firma Ihr Talent und Ihr Engagement nicht anerkennt und für sich nutzt, Sie einfach nicht loslegen lässt. Zum anderen über sich selbst! Denn eigentlich wären Sie ja ganz anders.

Gute Entscheidung = Gutes Leben

Eine gute Entscheidung ist eine Wahl, die du hinterher nicht bereuen musst. Mit Herz und Verstand. Systematisch. Alles Wichtige berücksichtigen.

Unzufriedenheit im Beruf wirkt sich massiv auf Ihre Persönlichkeit aus. Diese beeinflusst Ihr gesamtes Umfeld. Im Beruf leiden auch diejenigen darunter, die Sie gar nicht treffen möchten: die Kollegen, mit denen Sie sich eigentlich gut verstehen – die Kunden, die Sie vormals immer so zuvorkommend und nett betreut haben. Im Privatleben leiden die Familie und Freunde darunter. Denn Sie sind unzufrieden, unleidlich.

Sehen Sie es umgekehrt: Wenn Sie im Beruf erfolgreich sind. Wenn Sie Ziele erreichen. Erfolge feiern können. Ihre Arbeit aner-kannt und gelobt wird, dann geht es Ihnen gut – Sie sind glücklich. Sie können Bäume ausreißen. Ihr Selbstvertrauen steigt.

 

Alles ins Gegenteil verkehrt, hat fatale Folgen

​Ein Bekannter von uns ist ein ganz frischer Fall von innerer Kündigung: früher engagiert, ausgesprochen hilfsbereit und be-neidenswert ausgeglichen, ist er seit Monaten sehr großem Stress ausgesetzt – ohne Unterstützung, ohne Aussicht auf Besserung, es werden ihm dauernd Knüppel zwischen die Beine geworfen. Zuvor ein Pionier in Aufbauarbeit und sprühend vor Verbesserungsideen, ist er nach Monaten des Frustes ein völlig anderer Mensch. Schon morgens sieht er ständig auf die Uhr und verkündet lautstark die verbleibende Zeit bis zum Feierabend, was die Kollegen tierisch nervt. Bei jeder Aufgabe kommt ein Kommentar oder ein unzufriedenes Grunzen. Und der hilfsbereite, geduldige Mensch ist am Telefon unfreundlich und flucht nach dem Auflegen, was das wieder für ein Idiot war. Da mein Bekannter weiß, dass sich nichts ändern wird, möchte er mit niemandem über die Arbeit reden. Und auch zu Hause verschließt er sich. Diese Haltung vergiftet – den Menschen und das gesamte Umfeld.

 

Kommt Ihnen bekannt vor? Dann tun Sie was!