ÄNGSTE

Man muss vor nichts im Leben Angst haben, wenn man seine eigene Angst versteht. (Marie Curie)

Angst und Angststörungen

Angst ist eigentlich ein hilfreiches Gefühl, ohne das die Menschheit längst ausgestorben wäre. Es warnt uns vor vorhandenen Gefahren, die Leib und Leben gefährden können. Angst ist aber auch ein sehr unangenehmes und belastendes Gefühl, vor allem deswegen, weil Angst starke körperliche Auswirkungen hat. Die körperliche Reaktion auf Angst ist - je nach Einschätzung der Situation und je nach persönlichen Voraussetzungen - Angriff, Flucht oder Immobilität. Je häufiger jemand Angst hat, desto häufiger steht dieser Mensch unter starkem seelischem und körperlichem Stress. Dies ist bei gesunden Menschen zwar kurz-fristig nicht gefährlich, bei langfristigem Auftreten aber psychisch und körperlich extrem belastend. Die Entwicklung von "normaler" Angst in bestimmten Situationen zu einer Angststörung kann schleichend geschehen. Ebenso kann sich langsam über Jahre eine allgemeine 'Ängstlichkeit' zu einer Angststörung entwickeln. Da die Belastung dabei nicht sprungartig grösser wird, merken die Betroffenen erst eines Tages so richtig, dass etwas nicht mehr stimmt. Es gibt aber auch Angststörungen, die plötzlich, von einem Tag auf den anderen ausbrechen können, da die in einem bestimmten Moment erlebte Angst so gross ist, dass man daraufhin die "Angst vor der Angst" entwickelt.

Das richtige Vorgehen

Ein Verdacht auf eine Angststörung liegt vor, wenn jemand über einen längeren Zeitraum (Wochen bis Monate) häufig Angst-gefühle empfindet. Objekte der Angst können klar umrissen sein. So beispielsweise die Angst vor einer Panikattacke oder die Angst, peinlich aufzufallen. Angst kann aber auch diffus aber dauernd vorhanden sein, z. B. bei Menschen, die sich sehr häufig Sorgen machen. Je mehr Dinge ein Mensch im Leben vermeidet, das heisst, nicht mehr macht weil er Angst hat, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit einer Angststörung. Vermeidung vergrössert immer die Angst. So wird bei einem Hundephobiker die Angst immer grösser werden, je weniger er sich in die Nähe von Hunden wagt.

 

Als Betroffener oder als Angehöriger sollte man grundsätzlich durch eine Fachperson abklären lassen, ob eine Angststörung vorliegt. Dieser Schritt sollte frühzeitig erfolgen, da die Therapieaussichten umso besser sind, je früher man therapeutische Hilfe sucht.